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Andreas Fraunberger ist good at Generative KI.

Andreas Fraunberger verbindet akademische Expertise aus Neurowissenschaften und Philosophie mit praxisnahen KI-Lösungen. Mit Chim.ai entwickelt er innovative, agentenbasierte Systeme – darunter Chimaira, einen KI-gestützten Videogenerator. Er leitet Workshops, die KI verständlich und anwendbar machen, und teilt sein Wissen als Keynote-Speaker. Im Interview spricht er über die Zukunft von KI, seine Arbeit und was Chim.ai so besonders macht.

Andreas Fraunberger

Lieber Andreas, vielen Dank, dass du dir Zeit für dieses Interview nimmst! Kannst du uns zunächst einen kurzen Überblick über Chim.ai geben? Was genau macht ihr?

Sehr gerne! Chim.ai ist eine Plattform, die Unternehmen dabei hilft, KI erfolgreich in ihre Abeitsabläufe zu integrieren. Zum Beispiel um Videos auf eine völlig neue Art zu erstellen – ohne technisches Know-how. Wir verwandeln Texte in dynamische Videos mit Animationen und Voice-Overs. Dabei setzen wir auf authentische Charaktere und verschiedene Animationsstile. Das Besondere ist, dass unsere KI den gesamten Video-Workflow automatisiert, sodass Nutzer keine manuelle Bearbeitung benötigen. Trotzdem gibt es immer die Möglichkeit, in den Prozess einzugreifen, um individuelle Anpassungen vorzunehmen.

„Uns geht es darum, Kreativität zu ermöglichen, nicht darum, Technologie um der Technologie willen zu nutzen.“

Was unterscheidet euch von anderen Anbietern in diesem Bereich?

Der größte Unterschied liegt in der Automatisierung. Bei uns muss man nicht jedes Element manuell zusammensetzen. Andere Anbieter lassen dich zum Beispiel ein Video-Skript erstellen, das du dann noch manuell verarbeiten musst. Bei uns reicht es, ein Thema oder eine kurze Zusammenfassung einzugeben – und die KI erstellt eine fertige, qualitativ hochwertige Show. Zudem nutzen wir Animationsmethoden, die bewusst stilisiert sind, um den „Uncanny Valley“-Effekt zu vermeiden, den viele realistisch wirkende KI-Avatare haben.

Welche Branchen profitieren am meisten von euren Lösungen? Oder ist das eher branchenübergreifend?

Es ist ein B2B-Produkt, das vor allem von Unternehmen genutzt wird. Unsere Hauptkunden setzen Chim.ai fĂĽr interne Kommunikation, Newsletter oder Whitepapers ein, um Informationen unterhaltsamer zu vermitteln. Auch im Social-Media-Bereich ist es stark nachgefragt, da man auf einfache Weise hochwertigen Content generieren kann. Gemeinsam mit Influencerin Manuela Klauser von „She’s in Black“ haben wir zum Beispiel ein System entwickelt, das Musikvideos vollautomatisiert im Stil des jeweiligen KĂĽnstlers erstellt.

Anm.Andreas: sheisinblack.art

Wenn du größer denkst: Welche Vision treibt dich an, wenn es um die Zukunft von KI geht? Wo siehst du die Entwicklung?

Für uns ist KI nur ein Mittel zum Zweck. Unser Ziel ist es, die Produktion von hochwertigen Videos mit maximaler künstlerischer Kontrolle zu automatisieren. Falls es in Zukunft bessere Technologien als KI gibt, die diesen Zweck erfüllen, dann werden wir darauf setzen. Uns geht es darum, Kreativität zu ermöglichen, nicht darum, Technologie um der Technologie willen zu nutzen.

Welche Chancen und Risiken siehst du aktuell in der KI-Entwicklung?

Aus Unternehmersicht besteht das größte Risiko in der Regulierung, zum Beispiel durch den EU AI Act. Glücklicherweise betrifft er unser Feld kaum. Chancen sehe ich vor allem in der Demokratisierung von Content-Produktion. Plötzlich kann jeder hochwertige Inhalte erstellen, ohne teure Ausbildung oder spezielle Softwarekenntnisse.

Wie sieht es mit gesetzlichen Regelungen aus? Gibt es Bewegung in Richtung sinnvollerer Regulierungen oder bleibt die Unsicherheit bestehen?

Auf EU-Ebene gibt es derzeit zwei Bewegungen: Einerseits werden Förderungen für KI-Projekte bereitgestellt, andererseits gibt es restriktive Vorschriften. Ich finde die Grundintention der Regulierung gut, aber die Umsetzung ist zu kompliziert und oft praxisfern. Es gibt zum Beispiel Ausnahmen für militärische Anwendungen, aber strenge Vorschriften für Unternehmen – das ergibt wenig Sinn.

Welche technischen Trends in der KI-Entwicklung findest du besonders spannend?

Besonders interessant sind derzeit Deep-Search-Methoden, wie sie beispielsweise perplexity.ai anbietet. Diese ermöglichen eine qualitativ hochwertigere, schnellere Recherche als herkömmliche Suchmaschinen. Auch Video-Modelle und Agentic Systems sind spannende Felder, die das Potenzial haben, Produktionsprozesse noch weiter zu verbessern.

„Die wahre Kreativität entsteht aus Erfahrungen, GefĂĽhlen und Werten – und das bleibt etwas zutiefst Menschliches.“

Kann KI kreativ sein, oder bleibt das eine rein menschliche Eigenschaft?

Das ist eine Definitionsfrage. KI kann zweifellos kreative Ergebnisse liefern – von Musik über Gedichte bis hin zu Designs. Aber sie hat weder eigene Emotionen noch ein Bewusstsein. Die wahre Kreativität entsteht aus Erfahrungen, Gefühlen und Werten – und das bleibt etwas zutiefst Menschliches. Wenn wir diese Qualitäten gezielt weiterentwickeln, können wir KI als Werkzeug nutzen, um unser kreatives Potenzial noch besser auszuschöpfen.

Wo siehst du Europa in der globalen KI-Entwicklung? Können wir mit den USA oder China mithalten?

Ich denke, wir haben eine große Chance. Zwar kommen die modernsten KI-Modelle meist aus den USA oder China, aber die wahre Innovation liegt in der Anwendung. Hier kann Europa punkten, insbesondere durch Kreativität, interdisziplinäre Zusammenarbeit und sprachliche Vielfalt. Diese Soft Skills könnten Europa eine starke Position verschaffen, sofern Politik und Wirtschaft das Potenzial erkennen und nutzen.

Zum Abschluss noch eine philosophische Frage: Gibt es eine Zukunft, in der KI ein eigenes Bewusstsein entwickelt?

Es gibt sicherlich Versuche, das menschliche Bewusstsein nachzubilden. Ich denke, dass Modelle entstehen werden, die nicht mehr von menschlichem Bewusstsein unterscheidbar sind – aber das bedeutet nicht, dass sie tatsächlich Bewusstsein haben. Eine Maschine bleibt ein System, das auf Wahrscheinlichkeiten basiert, während unser Bewusstsein durch Erfahrungen, Emotionen und Intuition geprägt wird. Das ist ein fundamentaler Unterschied.

Vielen Dank, Andreas! Das war ein spannendes Gespräch mit vielen wertvollen Einsichten.

Mehr ĂĽber Andreas findest du auf seiner Website.

Mehr zu chaim.ai gibt es hier.

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