JO, WHAT’S AD?
Irre Gedanken einer Verwirrten
Was ist letzter Prize?
So stelle ich mir mittlerweile oft die erste Frage in einem dieser sogenannten Chemistry Meetings vor. Ich kann ehrlich gesagt nicht mehr ganz nachvollziehen, wann genau Preise gewinnen so wichtig geworden sind. Und zwar nicht nur für uns auf der Agenturseite – sondern auch auf der Kundenseite. „Habt ihr Award-Winning-Work?“, „Habt ihr schon mal in Cannes gewonnen?“ oder „Habt ihr dies oder das?“. Ja haben wir, doch brauchen wir?
Wir kennen diese Diskussion natürlich. I know, nix Neues. Innerhalb unserer Branche führen wir sie ständig. Aber diesmal hat mich das Thema außerhalb dieser Bubble erwischt – und das hat mich mehr beschäftigt als jede LinkedIn-Debatte darüber. Denn über Werbung in der Werbebranche zu sprechen ist immer noch: Werbung innerhalb der Werbebranche.
Ich schaue mir Werbungen liebend gerne an und spiele dabei immer dasselbe Spiel: Spekulation. Wie war wohl das erste Briefing? Wie viele Abstimmungsrunden hat diese Idee überlebt? Und wie viele Feedbackrunden gab es im Mailverlauf, bevor das Magic Word „Freigabe“ in einer der letzten Zeilen erteilt wurde? Witzigerweise gab es Freunde außerhalb unserer Bubble, die ich ohne Weiteres in dieses kleine Spiel reinziehen konnte. So auch vor ein paar Wochen. Am Ende des Abends stellte ich eine Frage in die Runde, einfach aus Neugier: Welche Kampagnen sind euch aus dem letzten Jahr im Kopf geblieben?
Die Reaktionen waren eher ernĂĽchternd. Die meisten mussten lange ĂĽberlegen. Manche zuckten mit den Schultern. Ein paar nannten vielleicht einen Super-Bowl-Spot oder etwas, das ihnen zufällig auf TikTok begegnet war. Aber niemand sprach ĂĽber jene Kampagnen, die wir wochenlang diskutieren. Niemand sprach ĂĽber die unglaublich clevere, Ramadan-fokussierte McDonald’s-Kampagne. Niemand erwähnte die unglaublich starken Gentle-Monster Social Media Auftritte. Keine viralen Cases, keine Award-Gewinner, keine LinkedIn-Hypes. Und als ich sowas wie Cannes Lions erwähnte, fing der Nerd-Bug in mir zu kratzen an – ich ging zu weit, zu branchig. Eine Freundin fragte schlieĂźlich: „Können wir bei sowas als Normalsterbliche auch abstimmen?“. Ich dachte in dem Moment, wie komisch es ist, dass ich diese Frage mit einem fetten NEIN beantworten muss. Und dann stand plötzlich enorm groĂź und neonfarbig eine Frage ĂĽber meinem Kopf, die mich seitdem beschäftigt hat: FĂśR WEN MACHEN WIR DAS GANZE EIGENTLICH?
Bitte jetzt keine eindeutige Antwort auf solche Fragen erwarten – auch wenn sie streng genommen genau das sein sollten. Aber ja, ich habe mich abends mit ein paar Selbstgesprächen ganz gut unterhalten können und irgendwann dachte ich: it’s time to (over)share. Vielleicht kommen wir gemeinsam auf mehrere Antworten.
Ab hier beginnt also eine kleine Reise ins #IchkannNimmerLand, denn allein über sowas nachzudenken bringt mich irgendwann auch nicht weiter. Ich brauche Schwarmintelligenz für mehrere Wahrheiten – und vor allem für mögliche Lösungen.
Wer also Bock hat, einzusteigen, mitzureisen und das Ziel vielleicht erst während des Fluges zu definieren: gerne weiterlesen. Denn im nächsten Abschnitt teile ich einfach meine Gedanken und freue mich tierisch auf Diskussion, Widerspruch und Kritik.
FĂĽr wen machen wir das Ganze?
De facto und streng genommen gibt es drei Gruppen, für die wir die Werbung machen (die Seele unserer Mutter wird in diesem Artikel ausgeschlossen. Das bedarf eines ganz eigenen Artikels sowie im Nachgang einer Selbsthilfegruppe – der Titel steht schon – Dead Ideas Society).
Gruppe 1 – bitte jetzt nach vorne kommen
DIE BRANCHE
Sagen wir es einmal ein bisschen ehrlich: Wir machen Werbung auch für uns. Nicht nur – aber definitiv auch. Wir inspirieren uns gegenseitig, wir kopieren uns gegenseitig, wir analysieren uns gegenseitig. Und manchmal überzeugen wir Kund*innen mit Präsentationen, die sich ein bisschen anfühlen wie Sternchen-Sammlungen aus einer Black-Mirror-Folge. (Übrigens: Die ganze Branche hat so viel Szenario-Futter, dass wir es bis Staffel 22 schaffen würden bei Black Mirror und diese hier heute wäre eigentlich eine fantastische Episode.)
Natürlich hat das alles Gründe. Awards helfen bei Karrierewegen, bei Kundengewinnung und bei Positionierungen. Und ganz ehrlich: Wer würde nicht gerne einmal in seiner Karriere einen Löwen in Cannes küssen, einen goldenen Effie in der Hand halten und sich heimlich fragen, warum dieses Ding eigentlich wie eine Treppe aussieht – ich dachte, ich wäre schon oben angekommen? Oder beim ADC nominiert sein und jedes Mal kurz „ACDC“ lesen? Ich verstehe das vollkommen.
Trotzdem frage ich mich manchmal: War zuerst das Ei da oder das Huhn? Hat die Branche angefangen, Werbung fĂĽr Awards zu machen? Oder haben Kund*innen angefangen, danach zu fragen? Oder ist es einfach ein Resultat unserer Zeit geworden – der Geschwindigkeit, der Menge und der permanenten Aufmerksamkeit? Man muss nur einmal täglich LinkedIn öffnen: Jobpostings, Freelance-Anfragen, Agentur-News. Und irgendwo dazwischen schimmert immer dieses eine Wort durch: Award. Doch hinter diesem Award schimmert nicht nur etwas – da schreit manchmal eine kleine Selbstwertkrise nach Aufmerksamkeit. Denn je mehr das alles gezeigt, diskutiert, gelobt und erwartet wird, desto stärker wachsen bei manchen die Zweifel, dass ihre Arbeit vielleicht nichts ist oder nichts bedeutet, nur weil sie keinen Award gewonnen hat.
Gruppe 2 – bitte als Nächstes
THE CLIENTS
Wann genau wurde das eigentlich ein KPI? „Bitte eine awardtaugliche Kampagne.“ Warum eigentlich? Nicht falsch verstehen – natürlich können wir kreative Arbeit feiern und darüber sprechen. Aber warum denken wir teilweise schon im Briefing in dieser Richtung? Ja, wir wissen ungefähr, was Jurys überzeugt. Ja, wir wissen, wie Casefilme funktionieren. Aber ist diese Richtung automatisch auch die richtige für alle anderen? Während wir nämlich in Cannes, ADCs oder sonstige Zeremonien sitzen, laufen draußen Menschen an unserer Werbung vorbei und denken über komplett andere Dinge nach. Vielleicht darüber, wann dieser absurde Wahnsinn auf der Welt endlich aufhört. Vielleicht darüber, was sie heute noch einkaufen müssen oder wie sie nach Hause kommen. Ob sie geliebt werden oder ob sie sich mal die Haare rasieren sollten. Und dann stehen da wir mit unseren Ideen und hoffen, dass jemand stehen bleibt und sagt: „Wow, richtig krasse Werbung. Die verdient einen Award-“ Hand aufs Herz: Wie oft passiert das wirklich?
Ein alter Kollege von mir hätte jetzt gesagt: „Naja, die verstehen es halt nicht.“ Aber genau darum geht es doch. Nicht wir müssen es verstehen. Nicht die Jury. Sondern sie – die Menschen, für die diese Kommunikation eigentlich gedacht ist. Die eigentliche Frage ist also: Wie schaffen wir beides? Kreativität, Relevanz und Impact. Und ja, vielleicht auch Awards, aber erst, wenn an alles andere und alle anderen gedacht worden ist.
Last & somehow least – Gruppe 3
DIE WELT (da drauĂźen)
Die Freunde aus dieser Diskussionsrunde.
Die Leute in der StraĂźenbahn.
Die Menschen, die einfach ihren Tag leben.
Eigentlich genau die Gruppe, um die es hier gehen sollte.
Die Welt da drauĂźen.
Eine Welt, die sich gerade schneller verändert als jemals zuvor. Eine Welt, die jeden Tag ein bisschen mehr Informationen produziert, als wir eigentlich verarbeiten können. Während wir hier also Kampagnen diskutieren, scrollen Menschen durch Hunderte Inhalte am Tag, überspringen Werbung, klicken Dinge weg und entscheiden in Sekunden, was überhaupt Aufmerksamkeit bekommt. Während wir uns gegenseitig Lob geben, Awards verteilen oder als Inspiration dienen, sind alle unsere Ideen und Ansätze da draußen leider schon weggedrückt oder ignoriert worden. Und das ist kein Vorwurf. Das ist einfach Realität.
Menschen leben heute in komplett unterschiedlichen Welten. Unterschiedliche Interessen, unterschiedliche Plattformen, unterschiedliche Szenen. Was für die eine Gruppe ein kultureller Moment ist, existiert für die andere Gruppe überhaupt nicht. Vielleicht liegt genau dort der spannende Punkt. Denn Werbung versucht immer noch oft so zu tun, als würde sie zu allen gleichzeitig sprechen. Dabei funktionieren viele Dinge heute eher wie kleine kulturelle Räume. Communities, Szenen, Interessen-Gruppen. Dort entstehen Gespräche, Trends und manchmal auch Markenbindung. Und vielleicht muss Werbung dort manchmal einfach Teil davon werden. Nicht immer laut. Nicht immer groß. Nicht immer „die eine Award-Kampagne“. Nicht jede Marke muss eine Bewegung starten. Nicht jede Kampagne muss Kultur schaffen. Manche Dinge dürfen auch einfach ihren Job machen. Und vielleicht liegt genau darin die eigentliche Aufgabe. Nicht nur Aufmerksamkeit zu erzeugen – sondern Bedeutung.
Generell und doch sehr spezifisch
Ich nehme mich da nicht raus. Als ob ich nicht auch manchmal denken würde: „Wow, das könnte gewinnen.“ Natürlich denke ich das. Aber dieses Gespräch hat mich daran erinnert, mir eine Frage zu stellen, die wir vielleicht öfter stellen sollten: Für wen machen wir das hier eigentlich? Und was ist Werbung überhaupt?
Ja, uns wird oft vorgeworfen, dass wir „nu“ verkaufen wollen. Ja, das gehört bestimmt auch zu unseren Aufgaben, no doubt. Aber wir wollen auch Dinge bewegen, Haltungen zeigen und Impact haben. Vielleicht sind wir deshalb so etwas wie Übersetzer*innen. Wir übersetzen Marken für Menschen und Menschen für Marken. Ein integriertes Translator-System zwischen zwei Welten. Mein alter Chef meinte immer: „Wir operieren nicht im offenen Herzen“ und das stimmt: Wir retten keine Leben. Aber wir haben trotzdem die Möglichkeit, Dinge in etwas zu verwandeln, das mehr ist als nur Verkauf: etwas, das Menschen zumindest ein bisschen Spaß macht, etwas, das Menschen verstehen, etwas das Menschen in den Zeiten, die wir erleben, nicht zusätzlich belastet, sondern vielleicht auch ab und zu entlastet.
This is the end, my friend
Also zurĂĽck zu dieser einen Frage, die seit diesem Gespräch irgendwo in meinem Kopf hängen geblieben ist: FĂĽr wen machen wir das eigentlich? Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass es darauf eine klare Antwort gibt. Vielleicht ist es eher eine Art Prozentrechnung. Vielleicht liegt das Verhältnis gerade ungefähr bei 40–40–20, und wir mĂĽssten diese Rechnung einfach ein bisschen verschieben – eher auf 20–20–60.
Ein bisschen Platz für Awards – als Benchmark für Exzellenz. Ein bisschen Raum für challenging Kunden-Briefings, die wir gemeinsam hinterfragen und neu denken sollten. Doch der größte Teil der Aufmerksamkeit sollte wieder dorthin gehen, wo Werbung Wirkung entfalten kann. Zu den Menschen, die entscheiden, ob sie stehen bleiben oder weitergehen. Ob sie lachen oder weiterscrollen. Ob etwas hängen bleibt – oder einfach verschwindet. Denn am Ende des Tages entscheiden nicht wir, ob Werbung existiert. Sondern die Menschen, die ihr überhaupt einen Moment Aufmerksamkeit schenken.
YO, WHAT’S AD?
Confused thoughts in a confused mind
What’s your final prize?
When i think about chemistry meetings I honestly think this could be one of the potential questions to get asked. Honestly, I can’t really pinpoint when exactly winning awards became that important. And not just for us on the agency side — but on the client side too. “Do you have award-winning work?” “Have you ever won in Cannes?” “Have you done this or that?”. Yes, we have. But… do we need to?
We all know this discussion. Nothing new. Within our industry we have it constantly. But this time the topic hit me outside the bubble — and that bothered me more than any LinkedIn debate about it ever could. Because talking about advertising inside the advertising industry is still just that: advertising talking to itself.
I absolutely love watching ads and playing the same game over and over again: speculation. What did the first briefing look like? How many approval rounds did this idea survive? How many feedback loops were buried in the email thread before the magic word “approved” finally appeared somewhere in the last line? Funny enough, there have been friends outside our bubble who I managed to pull into this little game without much effort. A few weeks ago, for example. Toward the end of the evening I asked my friend group a simple question, purely out of curiosity: Which campaigns from the past year stuck in your mind?
The reactions were… sobering. Most people had to think for quite a while. Some just shrugged. A few mentioned maybe a Super Bowl spot or something random they saw on TikTok. But nobody mentioned the campaigns we discuss for weeks. Nobody mentioned the incredibly clever Ramadan-focused McDonald’s campaign. Nobody brought up the insanely strong Gentle Monster social media presence. No viral cases. No award winners. No LinkedIn hype. And when I mentioned things like the Cannes Lions, the nerd bug inside me started scratching — I had gone too far, too industry-specific. One friend finally asked:
“Can we „normal“ humans vote for those things?” In that moment I realized how strange it felt that I had to answer with a big fat NO. And suddenly there it was, hovering above my head in huge neon letters — a question that hasn’t left me since:
WHO ARE WE ACTUALLY DOING ALL THIS FOR?
Please don’t expect a single clear answer to a question like that — even though technically there probably should be one. But yes, I did spend a few evenings having rather productive conversations with myself. And at some point I thought: it’s time to (over)share. Maybe we’ll arrive at several answers together. So from here on, welcome to a little journey of thoughts.  Because thinking about this alone isn’t getting me very far. I need swarm intelligence for multiple truths — and hopefully a few solutions. If you’re up for boarding, traveling along, and maybe defining the destination somewhere mid-flight: keep reading. I’m about to share some thoughts and I’m very much looking forward to discussion, disagreement, and critique.
So… who are we actually doing this for?
Strictly speaking, there are three groups we create advertising for.
(The soul of our mothers is excluded from this article. That topic deserves its own piece — and probably a support group afterwards. Title already prepared: Dead Ideas Society.)
Group 1 — please step forward
THE INDUSTRY
Let’s be honest for a second: we also make advertising for ourselves. Not exclusively. But definitely also. We inspire each other. We copy each other. We analyze each other. And sometimes we convince clients with presentations that feel a little like collecting shiny stars in some Black Mirror-style universe. (By the way, our industry has enough material to carry Black Mirror until season 22 — and this topic would make a pretty solid base for an episode.)
Of course there are reasons for that. Awards help careers. They help attract clients. They help position agencies. And honestly — who wouldn’t want to kiss a Lion in Cannes at least once in their career, hold a golden Effie in their hands and secretly wonder why that thing looks a bit like a staircase? I thought I had already reached the top. Or be nominated at the ADC and accidentally read ACDC every single time? I totally get it. Still, I sometimes wonder: what came first — the chicken or the egg? Did the industry start creating work for awards? Or did clients start asking for it? Or is it simply the natural result of the speed, volume, and attention economy we live in? All it takes is opening LinkedIn once a day. Job postings. Freelance calls. Agency news. And somewhere in between one word always shines through: Award.
But behind that award there’s not just prestige shining — sometimes there’s also a small identity crisis screaming for attention. Because the more we show, discuss, praise, and expect these things, the more some people start doubting whether their work means anything if it hasn’t won one.
Group 2 — next up
THE CLIENTS
When exactly did this become a KPI? “Please deliver an award-worthy campaign.” Why? Don’t get me wrong — celebrating creative work is great. Talking about ideas is great. But why do we sometimes start thinking in that direction already at the briefing stage? Yes, we know roughly what juries like. Yes, we know how case films work. But is that automatically the right direction for everyone else? Because while we sit in Cannes, ADC ceremonies, or whatever other award show exists, people outside are walking past our advertising thinking about completely different things. Maybe about when the madness happening in the world will finally stop. Maybe about what groceries they still need to buy. Maybe about how they’re getting home. Maybe about whether they’re loved — or whether they should shave their head. And there we stand with our ideas hoping someone stops and says: “Wow. That’s some incredible advertising. Definitely award-worthy.” Hand on heart: how often does that actually happen?
An old colleague of mine would say: “Well, they just don’t understand it.” But that’s exactly the point. It’s not us who need to understand it. Not the jury. It’s them. The people the communication is actually meant for. So the real question becomes: How do we achieve all together? Creativity. Relevance. Impact. And yes, maybe awards — but only after we’ve thought about everything else first.
Last & somehow least — Group 3
THE PEOPLE
The friends from that discussion round.
The people in the subway.
The ones simply living their day.
Actually the very group this should all be about.
The world is moving faster than ever. Every day it produces more information than we can realistically process. While we discuss campaigns, people scroll through hundreds of pieces of content daily, skip ads, close windows, and decide within seconds what deserves attention. While we celebrate each other, hand out awards, or inspire one another — our ideas might already have been swiped away. And that’s not an accusation.
It’s simply reality.
People live in completely different realities now: different interests, platforms, scenes. What is a cultural moment for one group might not exist at all for another.
Maybe that’s the interesting part. Advertising still often behaves as if it’s speaking to everyone at once. But most things today work in smaller cultural spaces: communities, subcultures, interest groups. And maybe advertising sometimes just needs to be part of that. Not always louder. Not always bigger.
Not always “the one award campaign.” Not every brand needs to start a movement. Not every campaign needs to create culture. Some things are allowed to simply do their job. And maybe that’s the real task: Not just generating attention — but creating meaning.
Generally speaking… but also very specifically
I’m not excluding myself here. As if I never thought: “Wow… this could win.” Of course I have. But that conversation reminded me to ask a question we should probably ask more often: Who are we actually doing this for? And what is advertising anyway? Yes, we’re accused of wanting to sell things. And yes — that is part of the job. No doubt. But we also want to move things. Take positions. Create impact. Maybe that’s why we’re something like translators. We translate brands for people — and people for brands. A sort of integrated translator system between two worlds. My old boss always used to say: “We’re not operating on open hearts.” And he’s right. We don’t save lives. But we still have the chance to turn things into something more than just selling. Something that at least gives people a small moment of joy. Something they understand. Something that doesn’t add even more weight to times that are already heavy enough.
This is the end, my friend
So back to the question that has been sitting in my head since that conversation: Who are we actually doing this for? I honestly don’t think there’s one single answer. Maybe it’s more of a percentage equation. Maybe right now the ratio looks something like 40–40–20. And maybe it should be closer to 20–20–60. A bit of room for awards — as benchmarks for excellence. A bit of room for challenging client briefings we should question and rethink together. But the largest share of attention should go where advertising can actually have an effect. To the people who decide whether they stop or walk past. Whether they laugh or scroll away. Whether something sticks — or disappears. Because at the end of the day, it’s not us who decide whether advertising exists. It’s the people who give it a moment of their attention.