Isabella Engelberger ist good at WohlfĂŒhlrĂ€ume schaffen.

Isabella Engelberger - eine junge Frau mit einer Vision und dem Mut, diese umzusetzen. Mit nur 22 Jahren wagte sie den Schritt in die SelbststĂ€ndigkeit und eröffnete ihren eigenen Salon - THE ORGANIC HAIR SALON. Ein Traum, der bereits in der Volksschule als Zeichnung auf Papier gebracht wurde, wurde nun endlich RealitĂ€t. In ihrem Salon schafft sie einen Ort zum Wohl- und SchönfĂŒhlen, der geprĂ€gt ist von reiner NatĂŒrlichkeit. Isabella erzĂ€hlt uns von ihrem Weg und ihrer Kunst, einen Salon zu schaffen, der nicht nur die Haare, sondern auch die Seele pflegt.

Isabella Engelberger

Liebe Isabella, freut mich sehr, dass wir sprechen. Du kamst ja ĂŒber eine Dame zu uns (eine Kundin aus deinem Salon), die mich anrief und meinte: “Die Isabella muss in euer Magazin! Ihre Geschichte ist so spannend und sie ist so eine tolle Frau.” Dem kann ich nur beipflichten! Ich hab glaube ich selten eine Person getroffen, die in deinem Alter so in sich ruht.
ErzÀhl doch mal, wie bist du aufgewachsen, was ist denn so dein Background?

Aufgewachsen bin ich in Göllersdorf, einer Dorfgemeinde in Niederösterreich. In einem Dorf, wo jeder jeden kennt. Das war teilweise schön, teilweise anstrengend.

Ich habe zwei BrĂŒder und eine Zwillingsschwester. Meine Eltern haben mir stets gesagt, dass ich, solange ich die Matura mache, mir das aussuchen soll, was mich glĂŒcklich macht.

Meine Lehrer in der Hauptschule fanden meine Berufswahl sehr unpassend, weil die Noten fĂŒr einen Lehrberuf zu gut wĂ€ren und man doch “was gscheits” machen sollte.

Ich bin sehr behĂŒtet aufgewachsen und war schon in jungen Jahren immer bereit fĂŒr Abenteuer. Ich liebte das Risiko, was in einem Umfeld, das Sicherheit anstrebt, eher belĂ€chelt und ein wenig verrĂŒckt betrachet wird.

Ich war schon immer eine VisionÀrin und TrÀumerin und wusste, dass das, wie engstirnig die Welt von den Erwachsenen manchmal betrachtet wurde, nicht das sein kann, was tatsÀchlich möglich ist und dass ich diese Muster durchbrechen möchte.

„Ich war schon immer eine VisionĂ€rin und TrĂ€umerin und wusste, dass das, wie engstirnig die Welt von den Erwachsenen manchmal betrachtet wurde, nicht das sein kann, was tatsĂ€chlich möglich ist und dass ich diese Muster durchbrechen möchte.“

Sehr cool! Dein Mut wurde offensichtlich belohnt! Hast du immer schon gewusst was du gut kannst oder hast du das im Prozess herausgefunden?

Was ich gut kann ist: Einen Raum schaffen, in dem Menschen sich wohlfĂŒhlen.
Menschen mit ihren Haaren selbstbewusst fĂŒhlen zu lassen. Die Haare der Kunden so zu schneiden, dass sie Zuhause glĂŒcklich mit der Frisur sind, nicht nur, wenn sie den Salon verlassen. Meiner Meinung nach ist ein guter Haarschnitt erst dann einer, wenn die Kundin Zuhause zufrieden damit ist, ohne viel stylen zu mĂŒssen.

Bevor ich den Salon gegrĂŒndet habe, habe ich in einem Naturfriseursalon in der NĂ€he von DĂŒsseldorf gearbeitet. Dort haben mich Kunden Tage nach dem Termin angerufen und mir nochmal gesagt, wie glĂŒcklich sie mit ihrem Haarschnitt sind und dass sie sich nochmal bedanken wollten.

Damals dachte ich mir: “Ok wow, es ist nur ein Haarschnitt und die Kundin sprĂŒht nur so ĂŒber vor lauter Freude.”
Zu der Zeit wurde mir immer mehr bewusst, dass die Art, wie ich auf Kunden eingehe, fĂŒr sie besonders ist und dass, wenn Kundinnen sich als Menschen gesehen und gehört mit ihren WĂŒnschen und BedĂŒrfnissen fĂŒhlen, Verbindung und Vertrauen zu der Friseurin entsteht und das wirkt sich am Ende natĂŒrlich auch positiv aus, selbst wenn es ein Friseurbesuch ist.

Foto: Barbara Pacejk

Sehr schön, auch in den “kleinen” Dingen das besondere sehen
das macht glĂŒcklich. Ab wann wusstest du, dass du Frisörin werden möchtest? Was hat dich daran fasziniert? Und war es von Anfang an die Richtung “Naturfriseurin” oder hat sich das entwickelt?

Lustigerweise schon im Kindergarten. Wenn ich gefragt wurde, was ich spĂ€ter mal werden will, war die Antwort immer klar: Frisörin. In der 3. Volksschule habe ich mit 9 Jahren meinen eigenen Friseursalon gezeichnet. Das war fĂŒr mich der coolste Beruf, den man sich nur vorstellen kann.

Im frĂŒhen Teeniealter habe ich dann schon viel mit Frisuren und Make-up ausprobiert und habe diesen Prozess geliebt, mich dabei kreativ auszuleben, in verschiedene Rollen zu schlĂŒpfen und auch meine Freundinnen waren da meine Versuchskaninchen. Daran hat mir immer besonders gut gefallen, wie ihre Augen gefunkelt haben, wenn sie sich im Spiegel gesehen haben und ich das GefĂŒhl hatte, mit dem Look ihren Charakter und das, was sie nach außen kommunizieren möchten, zu verstĂ€rken.
Ich kann mich noch gut an meinen ersten Lehrtag in Göllersdorf mit Ende 15 erinnern. Ich stand im Salon und auf einmal kam dieser unangenehme Geruch in meine Nase. Es roch ungefĂ€hr so, als ob man neben einem Kanal stehen wĂŒrde. Im Laufe des Tages kapierte ich aber, dass es sich dabei um das DauerwellprĂ€parat handelte und das benutzen wir aufgrund der 50+ Zielgruppe gefĂŒhlt jeden Tag.

Das war nicht ganz DER Traum, so wie ich es mir immer ausgemalt und vorgestellt habe. Ich wurde in meinem Lehrbetrieb gefördert und gefordert, wodurch ich schnell alleine Kunden bedienen durfte, was mir auch gut gefallen hat. Jedoch hat das WIE wir das gemacht haben immer sehr viel Stress verursacht. Sowohl bei den Kunden, als auch bei mir und Kollegen. Ich habe mich damals wie bei der Fließbandarbeit gefĂŒhlt. Kaum kommt der Kunde rein, soll er eigentlich schon wieder fertig sein. ZusĂ€tzlich haben wir so gearbeitet, dass der Lehrling gewaschen hat, die Friseurmeisterin geschnitten hat, dann wieder der Lehrling die Farbe aufgetragen hat, und so hetzte man sich zwischen 2-3 Kunden Tag fĂŒr Tag hin und her. Man konnte sich nicht wirklich auf einen Menschen fokussieren, wodurch meiner Erfahrung nach auch die MissverstĂ€ndnisse entstehen und der Kunde dann vielleicht nicht mit der Frisur nach Hause geht, die er eigentlich wollte. Schnelligkeit war höher gestellt als der kreative Prozess mit den Kundinnen.

Am Land ist es so, dass du pro Lehrjahr fĂŒr 10 Wochen in der Berufsschule bist. Diese war damals in Hollabrunn, ca. 10min mit dem Auto von meinem Elternhaus entfernt. Dort lernten wir viel ĂŒber die Theorie des Friseurberufs und mussten auch unser praktisches Können unter Beweis stellen. Als ich in in der 1. Klasse die chemische Zusammensetzung von Haarfarben, Blondierung und Dauerwelle lernte, fĂŒhlte ich mich wie in einem Horrorfilm. Man kann sich ja eigentlich schon denken, dass diese Mittel nicht das Beste fĂŒr die Haare und die Haut sind, aber als wir das genauer unter die Lupe genommen haben, fĂŒhlte ich mich als wĂ€re ich im falschen Film. Ich wollte doch Friseurin werden, um die Haare der Kundinnen schöner und besser zu machen? Und jetzt lerne ich, dass all das, das genaue Gegenteil verursacht. Ich habe mich total fehl am Platz gefĂŒhlt. DAS war mein Traum? Die Haare der Kunden zu ruinieren. Mein 16 jĂ€hriges Ich hat sich nur wie eine LĂŒgnerin gefĂŒhlt, denn wir haben bei den Kunden immer so getan, als ob das mit einer Haarmaske oder einem Conditioner eh wieder ausgebĂŒgelt werden kann. Guess what, das tut es nicht.

Das mag fĂŒr den ein oder anderen extrem naiv klingen, aber ich wollte Friseurin werden, um den Kunden aufrichtig was Gutes fĂŒr deren Haare zu tun.

 

ZurĂŒck im Betrieb habe ich das erstmal alles wieder ein wenig verdrĂ€ngt und musste dann sowieso erstmal wieder im Alltag mit all den Mittelchen arbeiten.

Der große Wendepunkt kam im 3. Lehrjahr, als ich selbst meine eigenen Haare zum allerersten Mal komplett rot gefĂ€rbt habe, welche bis dahin naturbelassen mit ein paar zarten StrĂ€hnchen waren.
Die rote Farbe blieb nicht lange schön, daher musste ich diese alle 3 Wochen auffrischen.
Schon beim 2. Mal fĂ€rben ist mir aufgefallen, dass meine Haare mit meiner damaligen Routine (die Haare mit Shampoo waschen) nicht mehr schön aussahen. Sie waren extrem stumpf und wie ausgehungert. Meine Chefin gab mir damals einen Conditioner mit, welcher voll mit Silikonen war. Als ich diesen zum ersten Mal Zuhause verwendet habe, sah ich aus wie ein nasser Hund, da meine Haare doch eher fein sind und sie durch die Weichmacher extrem unvoluminös und schwer wurden. Meine Haare sahen nach der “Pflege” zwar mehr ok aus, aber an dieses schmierige GefĂŒhl konnte ich mich nicht gewöhnen. Meine Haare waren im A. Ich habe mich so dafĂŒr geschĂ€mt, da ich es als Friseurin und Fachfrau doch besser wissen mĂŒsste? Ich war in einem Beruf fĂŒr Schönheit und Wohlbefinden tĂ€tig und meine eigenen Haare sahen aus wie ein Klobesen. Welch Ironie.

Als ich in die 3. Berufsschulklasse kam, wurde ich nĂ€her mit dem Bild des Naturfriseurs vertraut. Wir hatten in unserer Schule einige Lehrerinnen, welche sich zu meinem GlĂŒck dafĂŒr einsetzten, dass wir neben dem klassischen Friseursalon fĂŒr unsere Praxisarbeiten auch einen Naturfriseursalon hatten. Wir mussten immer Modelle mitbringen, bei welchen wir Haarschnitten, StrĂ€hnentechniken usw. durchfĂŒhren mussten und diese wurden dann bewertet und benotet.
Wir durften uns dann selbst aussuchen, ob wir die Haarfarbe mit konventionellen FĂ€rbemitteln oder mit Pflanzenfarben ausĂŒben.
Das Thema Pflanzenfarbe und Biokosmetik hat mich damals schon interessiert und ich wollte mehr dazu lernen und erfahren, daher habe ich sooft es ging mit den “Alternativen” gearbeitet und in meinem Bauch spĂŒrte ich ein “Ja, da gehts lang.”
Meine Klobesenhaare beschloss ich damals mit Pflanzenfarben weiterzufĂ€rben und es dauerte nicht lang und meine MĂ€hne hatte sich wieder erholt und fĂŒhlte sich besser und gesĂŒnder denn je an.
Ich traf damals die Entscheidung, nach meiner LehrabschlussprĂŒfung ein neues Kapitel aufzuschlagen und ging fĂŒr 3 Monate zu einem Naturfriseur in der NĂ€he von DĂŒsseldorf, bei dem ich ein bezahltes Praktikum absolvieren durfte. Als ich den Salon damals zum ersten Mal betrat, war es Liebe auf den ersten Riecher. Keine unangenehmen GerĂŒche, eine angenehme AtmosphĂ€re und Kundinnen, die mit gesunden Haaren und einem glĂŒcklichen Gesicht den Salon verlassen. Ich lernte ein ganz neues Bild von dem Friseurberuf kennen. Entspannter. Kreativer.

Als ich wieder nach Hause kam besuchte ich Fortbildungen, um mich als Naturfriseurin weiterzubilden und beschloss nicht mal ein Jahr nach meinem Lehrabschluss den Friseurmeister & Unternehmerkurs zu machen, um alle nötigen Schritte einzuleiten fĂŒr meine zukĂŒnftige SelbststĂ€ndigkeit. Mit 20 ging ich nochmal nach Deutschland in denselben Salon und lies mich dort als Friseurmeisterin anstellen und bekam nochmal viele wichtige Bausteine fĂŒr meine Zukunft mit. Nach 9 Monaten in Hattingen war es aber an der Zeit mein eigenes Ding durchzustarten.

Foto: Barbara Pacejk
„Je mehr wir unseren Mut trainieren, desto mehr sind wir okay damit, uns unsicher mit neuen Herausforderungen zu fĂŒhlen.“

Hahaah ok also du hast WIRKLICH deine Leidenschaft gefunden! Das ist ja ein großer Schritt, vor allem so jung
 was waren deine grĂ¶ĂŸten Herausforderungen dabei? Und warum hast du dich trotzdem getraut?

Richtig ernst wurde es mit 21, als ich beschloss, von Deutschland wieder heimzukommen.
Es gab keinen Salon, der es so machte, wie ich es im Kopf und im GefĂŒhl hatte, deshalb musste was Neues her. Das, was ich in Friseursalons vermisst habe, musste ich jetzt auf die Welt bringen.
Meine Herausforderungen waren zu Beginn sehr banal, im Nachhinein betrachtet. Nach meinem ersten Termin bei der WKO bin ich erstmal heulend und ĂŒberfordert auf dem KĂŒchenboden gesessen, da mir rundum Fragen zu den Themen Steuern, Gewerbe, SVS-BeitrĂ€ge, Registrierkasse und so weiter gestellt wurden, zu denen ich nur die Antwort hatte: Ich weiß es noch nicht.

Mein einziger Gedanke Zuhause war: “Ich will doch nur Haare schneiden. Ich hab von dieser SelbststĂ€ndigkeit ĂŒberhaupt keine Ahnung. Was hab ich mir nur dabei gedacht.”
Ich glaube in diesem Moment wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass jetzt auch die unternehmerische Verantwortung auf meiner Seite liegt. Wenn ich keine Entscheidung treffe, wird niemand kommen und mich retten, so wie man es vielleicht ab und zu in der Arbeit erlebt hat. Nein, jedes GesprĂ€ch, jede Herausforderung, jede Entscheidung muss jetzt von mir gefĂŒhrt werden.

Alles lag jetzt in meiner Hand. Es gab mir ein GefĂŒhl von Freiheit, weil ich jetzt die Musik in meinem Salon bestimmen kann. Gleichzeitig hab ich mir aber auch voll in die Hose gemacht und von da an musste ich Schritt fĂŒr Schritt gehen. Es ging nicht mehr, dass ich auf meine Erfahrungen zurĂŒckgreife, denn ich war ja noch nie eine Unternehmerin, jetzt musste ich das on the go lernen.

Warum ich mich am Ende trotzdem getraut habe 
 Es klingt kitschig, aber das Leben ist einfach zu kurz, es nicht zu tun, wenn das Herz laut JA schreit. Manche Sachen musst du mit Angst machen und du musst lernen OK damit zu sein, dass du dich unsicher fĂŒhlst.
Es ist die grĂ¶ĂŸte Illusion, dass wir darauf warten, dass wir uns bereit fĂŒhlen.
Wir werden nie bereit sein. Aber wir können uns entscheiden, die Dinge, die uns wirklich wichtig sind und bei denen wir in uns drinnen fĂŒhlen, dass sie die Welt verĂ€ndern können, trotzdem und gerade weil sie uns Angst machen durchzuziehen. Wir vergessen leider auch, dass wir genau an diesen Punkten extrem wachsen. Damit hören leider viel zu viele Menschen auf, sich in Situationen zu begeben, die fĂŒr die Weiterentwicklung wichtig sind. Und das ist alles nicht angenehm.

Das Witzige ist auch: Alles, was mir damals Angst gemacht hat, ist heute auch wieder normal fĂŒr mich. Alltag.
Jetzt gibt es wieder andere Aufgaben und Situationen, die mich fordern.

That’s the game. Mut ist wie ein Training, glaub ich. Je mehr wir unseren Mut trainieren, desto mehr sind wir okay damit, uns unsicher mit neuen Herausforderungen zu fĂŒhlen.

Und sag dir, dieses GefĂŒhl und der Rausch, wenn du durchziehst, obwohl du Angst hattest, gibt dir so viel Vertrauen zu dir selbst.

Ich glaube das ist wirklic hsehr inspirierend fĂŒr viele Menschen was du sagst. So einfach, aber doch so kompliziert gell
 aber du hast natĂŒrlich absolut recht!
Wie bist du mit der Angst umgegangen, die du wĂ€hrend der GrĂŒndung hattest oder wie gehst du noch heute damit um, wenn dich Neues ĂŒberwĂ€ltigt oder du noch nicht weißt, wie das geht ?

Im Großen und Ganzen hatte ich zu Beginn und auch heute noch manchmal einfach Angst, Fehler zu machen. Angst, zu versagen. Angst vor Ablehnung. Angst, dass es nicht klappt und alle schauen zu. Angst, dass ich noch nicht genug weiß, zu jung bin, whatever.

Was ich damals noch nicht verstanden habe: Fehler sind im Unternehmertum das Beste, das dir passieren kann. Klar, wenn 10x dieselben Fehler passiert, macht das keinen Sinn. Aber in den meisten FĂ€llen passieren dir die Sachen genau 1x und beim nĂ€chsten Mal hast du schon mehr Erfahrungen dazu, auf was du aufpassen musst. Und gerade zu Beginn, in meinem Fall war der Salon am Anfang sehr klein, passiert im Grunde auch nix extrem schlimmes, wenn mal was schieflĂ€uft. Ich hab gerade in den ersten Jahren sehr viel gelernt, was mir fĂŒr das Bauen der Unternehmensbasis sehr geholfen hat und heute noch hilft.

Ich bin ein großer BefĂŒrworter von Therapie, dem Arbeiten mit Mentoren und seit einem Jahr auch von der Grinberg-Methode, die ich bei Valentino Iraci sehr empfehlen kann.

Wenn du nicht weißt, wie etwas geht, wie das funktionieren kann, wird man mit seinen inneren LĂŒgenschweinen und VersagensĂ€ngsten aufs feinste konfrontiert. Und das ist absolut normal. Mittlerweile habe ich auch gemerkt, dass wenn ich ein neues Projekt habe und die Angst nicht mit im Boot sitzt, dass mir das Projekt auch zu egal ist. Also gehen Begeisterung und Angst mittlerweile Hand in Hand, ohne mich davon blockieren zu lassen. Und wenn doch, ist das fĂŒr mich ein Zeichen, wieder eine Ebene tiefer zu gehen und mit anderen daran zu arbeiten.

„Wenn du nicht weißt, wie etwas geht, wie das funktionieren kann, wird man mit seinen inneren LĂŒgenschweinen und VersagensĂ€ngsten aufs feinste konfrontiert. Und das ist absolut normal.“

Das “inneren LĂŒgenschweinen” 😂 Super! ErzĂ€hl doch nochmal ein bisschen genauer von deinem “Baby”. Was macht deinen Salon besonders, wie kann man sich einen Termin bei euch vorstellen?

Einen Termin bei uns kann man sich wie ein Spa- Treatment vorstellen. Du wirst von einer Vertrauensperson bedient, das heißt, dass nicht 2-3 Friseure an dir rumwerkeln, sondern du wirst von der Beratung bis zum Styling von einer Friseurin behandelt, was sowohl den Stress bei den Kundinnen, als auch den Druck bei uns Friseuren rausnimmt, weil wir uns so viel besser aufeinander einspielen können und unseren Kunden die volle Aufmerksamkeit schenken können.

Wir arbeiten im Salon ausschließlich mit Pflanzenhaarfarben aus Österreich und der bio-zertifizierten Haarpflege “True Organic Cosmetics”, welche mein Mann Dominique und ich letztes Jahr ins Leben gerufen haben.
Mit dem Satz “life is too short to have bad hair” leben wir im Salon einerseits, dass die Haare der Kundinnen mit jedem Handgriff gesĂŒnder werden. Andererseits ist unser wichtigstes Ziel am Ende des Tages, dass die Kundinnen entspannt und glĂŒcklich mit der Frisur, die sie wirklich wollen und mit der sie sich 100% wohlfĂŒhlen, nach Hause gehen.

Mein Mann Dominique hat das Einrichtungskonzept fĂŒr den Salon erdacht und gebaut und spezielle Waschliegen entworfen, bei denen die Kundinnen beim Haarewaschen liegen und sich noch mehr entspannen können. Ich glaube eine der unangenehmsten StĂŒhle auf diesem Planeten sind klassische FriseurwaschstĂŒhle.

Ich wollte einen Friseursalon grĂŒnden, aus dem die Kundin glĂŒcklich nach Hause gehen kann. In dem sie sich gesehen und gehört fĂŒhlen. Die Inspiration dafĂŒr kam ganz viel aus dem heraus, was ich in anderen Salons vermisst habe und in dem kleinen Salon, in dem ich gestartet habe, auch einfach ausprobiert habe und mit dem Feedback der Kunden ein ganz neues Konzept erstellen konnte.

Toll. Man merkt, wie viel Liebe und Aufmerksamkeit in jedes Detail geflossen ist. Wie groß ist dein Team? Und welche Rolle spielen andere Menschen in deinem Leben bzw in deinem Unternehmertum?

Wir sind mittlerweile ein Team aus 3, bestehend aus meinem Mann Dominique, welcher viel Struktur in das Unternehmen bringt und auch viel am Konzept mitarbeitet. Meine Mitarbeiterin Jenny, die als talentierte Naturfriseurin bei uns arbeitet und mittlerweile auch einiges fĂŒr Social Media auf unserem Account macht. Und last but not least , ich bin als Unternehmerin, kreativer Kopf und Naturfriseurin tĂ€tig.
Die ersten Jahre, ich denke die ersten 2 Jahre, habe ich sehr viel mit dem Thema gekĂ€mpft, alles allein machen zu mĂŒssen. Ich konnte schwer die Kontrolle abgeben und hatte aber auch das GefĂŒhl, dass es nichts wert ist, wenn ich es nicht selber mache, denn man muss ja schließlich alles alleine können 😉 .

Mittlerweile werde ich immer mehr zum Teamplayer und es macht mir auch extrem viel Spaß meine Mitarbeiterin Jenny wachsen zu sehen und alles, was ich lerne, 1:1 weiterzugeben und nichts zurĂŒckzuhalten, von dem sie als Naturfriseurin und als Mensch profitieren kann. Ich habe auch erst lernen mĂŒssen, dass sich durch das Arbeiten miteinander ganz neue Herausforderungen, aber auch Chancen ergeben. Jeder bringt seinen Werkzeugkoffer mit und gemeinsam kann man so ein cooles Haus bauen, das ganz anders aussehen wĂŒrde, wenn ich nur meinen eigenen Werkzeugkoffer zur VerfĂŒgung hĂ€tte.

Ich lasse mich sehr von anderen Menschen inspirieren, die mit ihrem Unternehmen und ihrer Dienstleistung, ihrem Produkt, das Leben der Menschen aufrichtig und nachhaltig besser machen.

Firmen, denen das Wohl und die Entwicklung ihrer Mitarbeiter am Herzen liegt, sind fĂŒr mich auch immer interessant, wodurch wir im Salon auch letztes Jahr die 4-Tages Woche eingefĂŒhrt haben. Je glĂŒcklicher das Team ist, desto besser wirkt sich das am Ende auch auf das Unternehmen aus. Ich glaube, das ist bei uns in Österreich noch nicht so wirklich angekommen.

Da bin ich ganz bei dir. Die Zeiten Ă€ndern sich und sich man muss schauen wo man sinnvoll mitgehen kann. Auch fĂŒr sich selbst glaube ich. Was mich sehr bei dir fasziniert: Wie hast du diese innere Ruhe bekommen? War sie immer da oder hast du dich besonders damit beschĂ€ftigt?

Ich empfinde mich gar nicht als innerlich ruhig, aber finde es immer wieder lustig, wie oft mir gesagt wird, dass sich Menschen in meiner Gegenwart entspannen können, weil ich so ruhig auf sie wirke.

Ich trainiere mich wirklich zu entspannen und komplett zur Ruhe zu kommen, da mein Kopf tĂ€glich vor neuen Ideen sprudelt und ich mich zusammenreißen muss, nicht jeder sofort hinterherzurennen.

Ich bin ein sehr ehrgeiziger Mensch und verlange viel von mir selbst, aber ich ĂŒbe mich darin, mein Tempo zu gehen.

Was mir hilft zur Ruhe zu kommen sind fixe Business Zeiten mit meinem Mann, z.B. vor 10 Uhr morgens keine Besprechungen oder Infos auszutauschen. In die Natur zu gehen und regelmĂ€ĂŸig Sport als Ausgleich zu machen.

Ich bin auch ein großer Fan der Unruhe, denn diese verschafft einem die nötige Motivation, etwas wirklich zu verĂ€ndern und zu transformieren.
Am Ende brauchen wir beides an verschiedenen Stellen.

Super Tipps! A propos: Zum Abschluss, eelchen Tipp hast du fĂŒr Menschen, die sich selbststĂ€ndig machen wollen?

Just go for it.

Du kannst dir noch so viele PlĂ€ne machen, am Ende geht der Spaß erst so richtig los, wenn du in dem fertig eingerichteten Salon stehst und checkst “Das war jetzt erst die Vorbereitungszeit, das AufwĂ€rmen. Aber jetzt beginnt das richtige Spiel.”

Vieles, wie ich es mir am Anfang ausgemalt habe, hat spÀter, als ich tatsÀchlich selbststÀndig war, ganz anders ausgesehen.

Eine Vortragende hat mal gesagt: “Ein Unternehmen zu grĂŒnden ist wie ein Baby. Man ist einige Zeit schwanger, aber wenn es dann erstmal auf der Welt ist, spielt es keine Rolle mehr, welches Buch du gelesen hast, weil dein Baby vielleicht was ganz anderes braucht, als du gedacht hast.”

FĂŒr mich ist es tatsĂ€chlich so, dass ich das, was ich gut kann und was ich liebe zu tun, zu einem Unternehmen geformt habe.

FĂŒr mich war es wichtig, etwas ins Leben zu rufen, das mir am Herzen liegt und von dem ich zu 110% ĂŒberzeugt bin, dass es das Leben der Menschen besser macht. Sei es das meiner Kunden oder das meiner Mitarbeiter.
FĂŒr mich galt auch immer, wenn ich nicht dahinter stehe, geht mein Motor nicht an und es wird nicht erfolgreich.
Ich glaube, dass wir Menschen in diesem Punkt vielleicht auch unterschiedlich sind, aber wenn es etwas gibt, das mich weiter an meinem Unternehmen arbeiten lÀsst, auch wenn alles grad schief lÀuft, dann ist es definitiv, dass ich es liebe, was unsere Arbeit und mein Unternehmen mit Menschen macht und aus ihnen rausholt.

Das kann ich zu 100% bestÀtigen!
Vielen Dank fĂŒr das tolle GesprĂ€ch, das hat mir großen Spaß gemacht!

FĂŒr alle Interessent:innen:

THE ORGANIC HAIR SALON
Schlösselgasse 17/2, 1080 Wien

Telefon: +43 660/9197274

www.organichairsalon.eu
@the.organic.hair.salon

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