Jakob W√ľrzl ist good at verschwinden.

Jakob W√ľrzl, freischaffender Creative Director und Texter, durchlebte nach einer intensiven Phase in der Kreativbranche eine Ersch√∂pfungsdepression. W√§hrend dieser Zeit begann er, Netzwerke Millionen lachender Gesichter zu zeichnen, die in der Folge in Kooperation mit Viadukt zu Siebdrucken und Textilcollagen weiterverarbeitet wurden. Das Projekt ist aktuell gerade als Pop Up Show bei Viadukt Screen Prints erlebbar. Im Interview gew√§hrt Jakob Einblicke in die Entstehung des Projekts.

Jakob W√ľrzl

Hallo Jakob, schön, dass wir uns so kurzfristig getroffen haben. Du bist momentan voll in deiner ersten POP-UP Show eingebunden, während wir hier im Raum sitzen, umgeben von Millionen lächelnden Smileys an der Wand. Wie kam es dazu, und erinnerst du dich an dein erstes gezeichnetes lachendes Gesicht?

Ich saß erschöpft am Esstisch und begann, ein Netzwerk von Smileys zu zeichnen, ohne mir dabei viel zu denken. Meiner Familie gefiel es. Ich machte weiter und das Netzwerk wurde größer und größer und größer.

Bevor du das Projekt gestartet hast, hast du in der Kreativbranche gearbeitet und bist schlie√ülich in eine Ersch√∂pfungsdepression geraten. Welche Erkenntnisse ziehst du aus dieser Erfahrung f√ľr dein Projekt?

Die Erfahrung war ein wichtiger Antrieb. Ich zeichnete √ľber mehrere Jahre jeden Abend vor dem Schlafengehen, meistens etwa drei Stunden. Immer wenn ich danach ins Bett ging, erlebte ich ein Hochgef√ľhl und sah unendlich viele strahlende Gesichter, die mich anl√§chelten. Darum machte ich immer weiter. Nach einem Jahr begann ich dar√ľber nachzudenken, warum mir das so viel Freude bereitet ‚Äď und das Projekt entwickelte sich und wurde auf mehreren Ebenen interessant.

Deine Netzwerke von l√§chelnden Gesichtern sind in einem schwarz-wei√üen Farbschema gehalten. Was steckt hinter diesen k√ľnstlerischen Entscheidungen?

Am L√§cheln fasziniert mich, dass es unser st√§rkstes soziales Signal ist. Durch L√§cheln k√∂nnen wir unseren Willen zur Zusammenarbeit zeigen. Es verbindet uns schnell und √ľber Sprachgrenzen hinweg. Es hilft uns, Gemeinschaften zu bilden und hat damit viel zu unserem Erfolg als Menschen beigetragen.
Die Farbwahl hat einen simplen Grund: Ich betrachte die Arbeiten als Erz√§hlungen. F√ľr mich sind sie ein unendlicher Text, der mit einem Zeichen, dem Smiley, geschrieben wird. Der Kontrast zwischen Schwarz und Wei√ü ist die klarste Darstellung des Textes.

„Heute wollen immer mehr Menschen einzigartig sein. Ich liebe diese Vielfalt, aber wenn man immer versucht, anders zu sein, f√ľhlt man sich am Ende mitunter einsam.“

In diesem Raum begegnen uns nicht nur zahlreiche l√§chelnde Gesichter, sondern auch eine imposante Smiley-Maske im Hintergrund. Welche Funktion erf√ľllt diese Maske f√ľr dich?

Ich arbeite unter meinem echten Namen und will keine neue Identit√§t erfinden. Ich zeige auch √∂fter mein Gesicht. Aber die Maske bietet mir die M√∂glichkeit, als eines von vielen gleichen Gesichtern in der Arbeit zu verschwinden. Heute wollen immer mehr Menschen einzigartig sein. Ich liebe diese Vielfalt, aber wenn man immer versucht, anders zu sein, f√ľhlt man sich am Ende mitunter einsam.

Deine POP-UP Show gibt es noch am 8.12. und 15.12. bei VIADUKT SCREEN PRINTS. Neben der M√∂glichkeit, deine Werke zu bewundern, gibt es auch Raum f√ľr eigenes Arbeiten. K√∂nntest du uns mehr dar√ľber verraten, welchen Grund es daf√ľr gibt?

Zun√§chst vermutete ich, dass Betrachtende die Wirkung, die ich erlebte, √§hnlich wahrnehmen w√ľrden. Aber das war nicht bei allen so. Und nicht immer so intensiv. Deshalb biete ich Workshops an, in denen man √§hnliche Arbeiten kreieren kann. Ich denke, meine Erfahrung ist reproduzierbar.

Fotos: Daniel Lichterwaldt/Les Nouveaux Riches Magazin

Du hast viele Jahre als Auftragnehmer in der Kreativbranche gearbeitet. Was verändert sich, wenn man sein eigener Auftraggeber wird?

Das h√§ngt wohl vom Menschen und dem Auftrag ab. F√ľr mich war es eine sehr gute Erfahrung, mich wieder zu meinem eigenen Auftraggeber zu machen.

Danke dir f√ľr das sch√∂ne Gespr√§ch, Jakob & viel Erfolg mit deiner ersten POP UP Show.

Die POP UP Show ist vermutlich ein letztes Mal dieses Jahr am Freitag, dem 15. Dezember von 16 bis 21 Uhr zu sehen. Dort gibt es die Möglichkeit, sich selbst kreativ auszuleben. Laufende Updates hierzu gibt es auf Instagram.

Adresse: Gumpgendorfer Straße 132, 1060 Wien

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