Was treibt euch an? Worin seid ihr gut?
Uns treibt der Wunsch an, Dinge klarer zu machen. Für Marken. Für Organisationen. Für Strukturen. Für Menschen. Und ja — auch ein gewisser Frust darüber, wie viel Kommunikation heute austauschbar geworden ist. Wir sind gut darin, Komplexität zu ordnen, Entscheidungen zu erzwingen und Marken so aufzustellen, dass sie handlungsfähig werden und sich klar differenzieren können. Wir schaffen Klarheit, bevor wir Brands Lautstärke durch Differenzierung verleihen. Wir sorgen dafür, dass Kommunikation nicht nur sichtbar ist, sondern Wirkung hat. Das Ergebnis: Work that works.
Was unterscheidet euren Beratungsansatz von anderen Agenturen, und warum ist das relevant? Wie sieht das in Realität aus?
Unser Ansatz beginnt dort, wo es unbequem wird:
Bei Wahrheit.
Bei Klarheit.
Bei Entscheidung.
Wir schaffen keine Optionen. Wir eliminieren sie. Relevanz entsteht bei uns nicht durch Vielfalt, sondern durch Ausschluss. In der Realität heißt das: Eine Richtung. Klare Konsequenzen. Und auch ein bewusstes: Das machen wir nicht mehr. Wirtschaftlicher Erfolg entsteht selten durch Zustimmung, sondern durch Zuspitzung. Wer allen gefällt, verschwindet oder wird belanglos.
„Wir schaffen keine Optionen. Wir eliminieren sie.“
Wie würdet ihr euren Zugang zu Markenarbeit in einem Satz beschreiben, ohne Buzzwords?
Wir machen Marken eindeutig, damit sie sich im Verhalten nicht widersprechen und ihr Antrieb für alle klar ist. Wir helfen Marken, klar zu sagen, wer sie sind, was sie versprechen — und sorgen dafür, dass man es ihnen überall glaubt.
Gab es einen Moment, in dem euch klar wurde: So wie früher funktioniert das nicht mehr?
Ja. Und ehrlich gesagt ist dieser Moment ein ständiger Begleiter. Die Welt verändert sich permanent. Der Unterschied heute ist nur: Widersprüche bleiben nicht mehr verborgen. Sie werden in Echtzeit sichtbar.
Was beobachtet ihr gerade, in der Branche, bei euren Kundinnen und Kunden, bei euch selbst?
Eine Branche, die Output maximiert und dabei oft Profil verwässert. Es mangelt nicht an Ideen oder Exekution. Es mangelt an Originalität. Und an Klarheit, wofür Marken langfristig stehen wollen. KI macht Produktion zwar günstiger. Aber Klarheit, Geschmack und Verantwortung haben weiterhin einen hohen Preis.
„Langfristige Relevanz entsteht durch radikale Kohärenz: weniger Versprechen, konsequentes Handeln, Wiedererkennbarkeit über Jahre – nicht über Quartale.“
Welche strategischen Prinzipien braucht es heute, damit Marken langfristig relevant bleiben?
Langfristige Relevanz entsteht durch radikale Kohärenz: weniger Versprechen, konsequentes Handeln, Wiedererkennbarkeit über Jahre – nicht über Quartale. Man darf nicht bei jeder Gelegenheit zweifeln oder umfallen. Man braucht Nerven und starkes Vertrauen in das eigene Tun.
Wie sieht für euch Zusammenarbeit auf Augenhöhe aus, mit Teams, mit Kundinnen und Kunden, mit Partnerinnen und Partnern?
Sich die Wahrheit sagen zu können. Augenhöhe heißt für uns nicht gleiche Rollen, sondern gleiche Verantwortung für das Ergebnis.
Gibt es Prinzipien, an denen ihr festhaltet, auch wenn sie unpraktisch oder unwirtschaftlich erscheinen?
Ja. Wir hören nicht auf zu arbeiten, bevor wir nicht die bestmögliche Lösung eines Problems gefunden haben. Und: Wir verkaufen keine Strategien, an die wir selbst nicht glauben. Kurzfristig manchmal unbequem. Langfristig jedoch sehr wirtschaftlich.
Was braucht ihr intern, um richtig gute Arbeit zu machen, und was steht dem manchmal im Weg?
Wir brauchen Denkzeit. Widerspruch und den Mut zur Vereinfachung. Im Weg steht nur eines: Der Wunsch, es allen recht zu machen. Wenn es zu bequem wird, wird es gefährlich. Daher: Burn down the couch.
Wie fördert ihr Kreativität und Innovation innerhalb eures Teams?
Wir fördern nicht Ideenproduktion. Wir fördern den Willen, etwas zu bewirken. Innovation beginnt dort, wo „okay“ nicht akzeptiert wird. Kommunikation muss nicht immer Kampagne sein. Manchmal ist sie Produkt. Erlebnis. Haltung. Oder auch eine auf 170 Stück limitierte Sonnenbrille.
„Seit KI Inhalte im Überfluss liefert, gewinnt nicht mehr, wer am meisten produziert — sondern wer am klarsten weiß, wofür er steht.“
Wie nutzt ihr KI, ohne eure Haltung zu verlieren?
Sehr klar: KI beschleunigt Prozesse. Haltung beschleunigt Entscheidungen. Ohne klare Position macht Technologie dich nur schneller austauschbar. Seit KI Inhalte im Überfluss liefert, gewinnt nicht mehr, wer am meisten produziert — sondern wer am klarsten weiß, wofür er steht.
Gesellschaft & Ökologie – welche Rolle spielen sie wirklich?
Sie sind kein Kommunikationsfeld, sondern ein Realitätscheck. Wenn Verantwortung keine operative Konsequenz hat, ist sie nur Rhetorik.
Was inspiriert oder irritiert euch aktuell im Marketing?
Inspirierend:
Reduktion. Klarheit. Mut zu einer klaren Botschaft.
Irritierend:
Unsicherheit. Austauschbarkeit. Immer mehr Content. Immer weniger Substanz.
Unser Umgang damit:
Botschaften schaffen, die Orientierung geben.
Woran messt ihr Erfolg – abseits von Reichweite oder Umsatz?
Wenn eine Marke intern nicht mehr erklärt werden muss. Wenn Entscheidungen schneller fallen. Wenn Strategie selbstverständlich wird.
Und: Wenn Teams stolz auf das sind, was sie gemeinsam entwickeln.
Wenn ihr in fünf Jahren zurückblickt – was wollt ihr besser gemacht haben?
Wir hoffen, wir haben Marken geholfen, sich festzulegen und dabei standhaft zu bleiben. Und wir hoffen, dass AANDRS nicht einfach größer ist. Sondern unerwartet anders. Differenzierung entsteht nicht nur bei unseren Kund:innen. Sondern auch bei uns selbst.