Was treibt euch an? Worin seid ihr gut?
Die strategischen Herausforderungen unserer Kunden wirklich zu verstehen und sie kreativ sowie wirkungsvoll zu lösen. Als Agentur ist es uns besonders wichtig, jedem Kunden eine persönliche Betreuung auf Geschäftsführungsebene zu bieten. Deshalb setzen wir bewusst auf eine Größe und ein Modell, das genau das ermöglicht: Wir verstehen uns nicht als externer Dienstleister, sondern als partnerschaftlicher Begleiter im kontinuierlichen Austausch – mit dem Anspruch, alle Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen.
Wie würdet ihr euren Zugang zu Markenarbeit in einem Satz beschreiben, ohne Buzzwords?
Wir schaffen nachhaltige Verbindungen zwischen Marken und Menschen indem wir Lösungen – gemeinsam mit den Kunden – erarbeiten, die die jeweilige Brand mit dem Lifestyle der passenden Zielgruppe zusammenführt.
„Unser Weg ist bewusst anders – wir arbeiten ohne die alten Agenturlogiken, die heute immer schneller bröckeln.“
Gab es einen Moment, in dem euch klar wurde: So wie früher funktioniert das nicht mehr?
Unser Weg ist bewusst anders: Viele von uns wurden nicht in der klassischen Agenturwelt sozialisiert, sondern kommen aus Strategie, Musik oder Film. Das macht unsere Arbeit einfacher, weil es kein „früher“ gibt – wir arbeiten ohne die alten Agenturlogiken, die heute immer schneller bröckeln. Machen wir dabei alles richtig? Wohl nicht- aber auf unsere Art.
Was beobachtet ihr gerade, in der Branche, bei euren Kundinnen und Kunden, bei euch selbst?
Generell herrschen in der Gesellschaft viel Unsicherheit und Unplanbarkeit – und das seit mehreren Jahren. Dies führt mittlerweile zu einem dauerhaften Krisenzustand in der Branche. Was fehlt ist Optimismus und der Mut, Dinge auszuprobieren und zu verändern. Lieber wird oft planbares Mittelmaß in Kauf genommen. Marken die als Wertekompass fungieren und mit klarer Kante auftreten, werden auch in Zukunft vermehrt profitieren. Marken werden von ihren Fans getragen, aufgebaut und relevant gehalten.
Welche strategischen Prinzipien braucht es heute, damit Marken langfristig relevant bleiben?
Jede Marke braucht im ersten Schritt Klarheit. Nach innen (was wollen wir erreichen?) und nach außen (wie erreichen wir das?). Sobald diese Klarheit in allen Bereichen da ist, kann man eine Marke mittel- und langfristig führen und relevant machen.
„Was wirklich zählt: Verstehe ich die Menschen, die ich mit meiner Botschaft ansprechen möchte?“
Wie sieht für euch Zusammenarbeit auf Augenhöhe aus, mit Teams, mit Kundinnen und Kunden, mit Partnerinnen und Partnern?
„Zusammenarbeit auf Augenhöhe“ ist meist nur ein Buzzword, das in jedem Chemistry Meeting fällt. Um WIRKLICH gemeinsam zu arbeiten, bedarf es als Grundlage Respekt, Transparenz und – ganz wichtig – ein Verständnis für die jeweils andere Seite. Des Weiteren müssen Egos und rein hierarchisches Denken beiseitegeschoben werden. Die beste Lösung muss gewinnen- egal von welcher Person sie kommt.
Was braucht ihr intern, um richtig gute Arbeit zu machen, und was steht dem manchmal im Weg?
Wir wünschen uns Rahmenbedingungen, in denen Kreativität entstehen kann. Das beinhaltet Zeit, Budget und ein gutes Briefing. Fällt einer der drei Komponenten weg, wird es schwieriger.
Wie nutzt ihr technologische Innovationen (KI), ohne eure Haltung als Marke oder Beratung zu verlieren?
Wir haben den Begriff „kulturelle Intelligenz“ erfunden und glauben, dass das der richtige Ansatz in den nächsten Jahren sein wird. Denn künstliche Intelligenz und die damit verbundenen Tools und Möglichkeiten werden Commodity sein. Was wirklich zählt: Verstehe ich die Menschen, die ich mit meiner Botschaft ansprechen möchte?
Welche Rolle spielen gesellschaftliche und ökologische Aspekte in eurer Arbeit, und wie integriert ihr sie konkret?
Gesellschaftliche Aspekte sind die Basis unserer Arbeit – wir Agenturen haben eine riesen Verantwortung, welche Messages nach außen gehen. Und dieser Verantwortung versuchen wir tagtäglich gerecht zu werden,
Welche aktuellen Entwicklungen im Marketing inspirieren oder irritieren euch, und wie geht ihr damit um?
Irritierend sind aktuell viele Kampagnen und die dahinterliegenden Entscheidungen. Werbung war mal Popkultur, mittlerweile bedient sich Werbung maximal popkultureller Elemente. Inspiration kommt vor allem von außerhalb der Bubble.
„Werbung war mal Popkultur, mittlerweile bedient sich Werbung maximal popkultureller Elemente.“
Woran macht ihr den Erfolg eurer Arbeit fest, abseits von Reichweite oder Umsatz?
Ganz einfach: Wir wollen nie die größte oder umsatzstärkste Agentur sein, aber wir wollen mit unserer Arbeit Relevanz schaffen. Wir möchten die Menschen zum Lachen, Staunen, Nachdenken bringen und so nachhaltig Markenbindung schaffen.
Wenn ihr in fünf Jahren auf diese Zeit zurückblickt, was hofft ihr, werdet ihr dann anders oder besser gemacht haben?
Hoffentlich wieder alle Dinge besser gemacht zu haben – für uns, für Marken, für unsere Gesellschaft.