Was treibt euch an? Worin seid ihr gut?
Wir wollen Antworten auf kommunikative Fragestellungen liefern.
Konkret: wenn ein Auftraggeber Ziele hat, aber nicht weiß, wie er sie erreichen kann, schaffen wir ein Setup, das die bestmögliche Lösung gemeinsam mit dem Kunden findet.
Das ist natĂĽrlich die Antwort von allen Agenturen – ich denke aber, dass wir durch unser individuelles Setup das bestmögliche Know-how an den Tisch bringen und so zu besseren Lösungen kommen.
Was unterscheidet euren Beratungsansatz von anderen Agenturen, und warum ist das relevant? Wie sieht das in Realität aus?
UrsprĂĽnglich war der Gedanke von The Odd ein reiner Beratungsansatz. Die Realität hat gezeigt, dass Kunden mehr brauchen – nämlich auch die Umsetzung.
Daraus ist das Expert:innen Netzwerk entstanden.
So sind wir in der Lage Kunden ganzheitlich zu betreuen und durch das flexible Setup schaffen wir immer die bestmögliche Lösung fĂĽr den Kunden – das unterscheidet uns von gewöhnlichen Agentur-Setups. Wir sind wirklich customized.
„Ich glaube daran hat sich nichts verändert und wird sich nicht viel verändern. Denn es braucht vor allem Klarheit. Eine Marke muss klar wissen, wofĂĽr sie steht.“
Wie wĂĽrdet ihr euren Zugang zu Markenarbeit in einem Satz beschreiben, ohne Buzzwords?
Ich würde unseren Zugang als “menschlich” beschreiben.
Selbstverständlich arbeiten wir evidenzbasiert, aber am Ende spielt die menschliche Emotion die Hauptrolle. Ich denke, das spüren Kunden auch, wenn sie uns kennenlernen. Wir erzählen keinen Bullshit, wenn wir etwas sagen, meinen wir es auch so. Das erwarten wir auch von unserem Gegenüber.
Gab es einen Moment, in dem euch klar wurde: So wie frĂĽher funktioniert das nicht mehr?
Als ich vor 2 Jahren The Odd gegründet habe, hätte ich ehrlicherweise nicht erwartet, wie gut das neue Setup funktioniert und nachgefragt wird.
Rückblickend auf die vielen Jahren in klassischen Setups frage ich mich eher, wie das funktioniert hat. Als Agentur kann man gar nicht immer die beste Lösung für die Problemstellung des Kunden liefern. Es hängen zu viele Faktoren daran, wie Teamauslastungen, vorhandenes Know-how, Kostendruck etc.
Was beobachtet ihr gerade, in der Branche, bei euren Kundinnen und Kunden, bei euch selbst?
Ein fortwährender Drang nach Flexibilität.
Kunden wollen flexible Arbeitsverhältnisse mit Partnern. Keine 5-Jahres-Retainer.
Kunden wollen keine Shows mehr. Wir alle kennen das “Pitch-Team-Phänomen”.
Das Team, das den Kunden ĂĽberzeugt, verschwindet nach ein paar Wochen von der Bildfläche – das will kein Kunde.
Und Talente haben keine groĂźe Lust mehr von 9-18 Uhr im Office zu sitzen. Mir geht es ĂĽbrigens genauso.
„Wir erzählen keinen Bullshit, wenn wir etwas sagen, meinen wir es auch so.“
Welche strategischen Prinzipien braucht es heute, damit Marken langfristig relevant bleiben?
Ich glaube daran hat sich nichts verändert und wird sich nicht viel verändern.
Denn es braucht vor allem Klarheit.
Eine Marke muss klar wissen, wofĂĽr sie steht.
Ist das Fundament stark, können Trends, Mitbewerber etc. das Haus nicht zum Einsturz bringen.
Wie sieht für euch Zusammenarbeit auf Augenhöhe aus, mit Teams, mit Kundinnen und Kunden, mit Partnerinnen und Partnern?
Es sind so banale Dinge, wie das schnelle Bezahlen von Rechnungen von Partner:innen. Ich weiĂź, das klingt wirklich banal, aber die meisten Agenturen/Kunden zahlen erst nach einigen Wochen. Wir versuchen am selben Tag zu bezahlen.
Mit Kreativpartner:innen wie Filmproduktionen, Musiker:innen, Tonstudios etc. wollen wir eher ein Sparing haben als ein reines “Wir sagen, was ihr tun sollt”.
Auch das verstehen wir unter Expert:innen-Netzwerk und nur so entsteht das beste Produkt am Ende des Tages.
Mit unseren Kund:innen reden wir offen und ehrlich. Wir sehen uns als Partner und nicht als Dienstleister. Nur so funktioniert die Zusammenarbeit in unserem Setup.
Gibt es Prinzipien, an denen ihr festhaltet, auch wenn sie unpraktisch oder unwirtschaftlich erscheinen?
Unser Setup ist so schlank, dass wir kaum einen wirtschaftlichen Druck haben. Klar mĂĽssen wir Geld verdienen mit unserer Arbeit, aber wir verbiegen uns nicht fĂĽr einen lukrativen Auftrag.
Wir machen die Projekte, die zu uns passen. Daran halten wir fest.
Ein Ex-Arbeitskollege und Freund hat mal gesagt, dass er faszinierende Projekte mit faszinierenden Menschen machen möchte.”. Nach diesem Credo arbeiten wir bei The Odd auch.
Was braucht ihr intern, um richtig gute Arbeit zu machen, und was steht dem manchmal im Weg?
Die Freude am Tun treibt uns an. Wir machen das, was wir machen ziemlich gern und das hilft. Dazu kommt eine gewisse Gelassenheit, die ich auf die langjährige Erfahrung zurückführe. Im Weg steht uns vielleicht manchmal die Zeit. Denn ein kleines Setup hat natürlich auch Limitationen. Aber damit können wir gut umgehen.
Wie fördert ihr Kreativität und Innovation innerhalb eures Teams?
Ich glaube, das steckt in uns allen drin. Wir haben keine Tools oder Formate, sondern sind intrinsisch an neuen Themen interessiert und tauschen uns aus.
„Als Agentur kann man gar nicht immer die beste Lösung fĂĽr die Problemstellung des Kunden liefern.“
Wie nutzt ihr KI, ohne eure Haltung zu verlieren?
KI ist fĂĽr uns ein Tool, das uns hilft Dinge schneller oder teilweise auch besser zu machen. Aber es ersetzt weder die Idee noch unsere Beratung.
Welche Rolle spielen gesellschaftliche und ökologische Aspekte in eurer Arbeit, und wie integriert ihr sie konkret?
Das sind essentielle Rahmenbedingungen fĂĽr uns. Das beginnt schon beim Ăśberlegen, ob ein Kunde zu uns passt.
Welche aktuellen Entwicklungen im Marketing inspirieren oder irritieren euch, und wie geht ihr damit um?
Am meisten irritiert mich der schwindende Respekt vor der kreativen Arbeit.
Und auf Agenturseite die Dumping-Preise. Über niedrige Stundensätze freut sich nur der Einkauf. Marketing, Marke und Agentur verlieren langfristig.
Woran macht ihr den Erfolg eurer Arbeit fest, abseits von Reichweite oder Umsatz?
Kommt ein Folgeauftrag oder nicht.
Wir arbeiten mit allen Kunden auf Projektbasis. Das heißt, erfüllt unsere Arbeit nicht die Ziele des Kunden, bleiben die Aufträge aus.
Dazu kommt natürlich auch das Handwerkliche und Menschliche. Schaffen wir alles umzusetzen, was wir versprochen haben und das im Zeitplan und Budget und das in einer Art und Weise, mit der man nochmal zusammenarbeiten möchte.
Wenn ihr in fĂĽnf Jahren auf diese Zeit zurĂĽckblickt, was hofft ihr, werdet ihr dann anders oder besser gemacht haben?
Uns gibt es erst seit zwei Jahren – da kann ich noch gar nicht daran denken, was in fĂĽnf Jahren sein kann.