Hasst nicht die KI. Hasst den Menschen.
KI ist wie Politik: erhitzt GemĂĽter, spaltet, treibt nicht selten in den Wahnsinn. Wir mĂĽssten es besser wissen, die hochentwickelte Spezies, und die KI besser nutzen, anstatt blind zu vertrauen, schreibt Passia auf, ganz ohne ChatGPT.
KI ist böse, der Mensch besser, Ende der Geschichte. Es könnte so einfach sein wie alles, dem man den schwarzen Peter zuschiebt. Der Buhmann, der uns Gefährdende, einer, der uns laut Medien irgendwann umbringen wird. Mich bringt Letzteres zum Schmunzeln, wenn ich im selben Atemzug von KI-Slop lese. Ist sie wohl doch nicht so perfekt, wie wir oft fürchten, wir, die wir sie nur zu gern als Gegenpart, Partnerersatz, guten Kumpel und Alltagshelfer nutzen. Kein Wunder, bläst Chatty doch selbst bei banalen Outfit-Fragen feinsten Zuckerstaub in den Arsch.
Wir vergessen beim aktuell vorherrschenden Faulheitsmomentum vollends das Hinterfragen
Es könnte alles so einfach sein, wenn das abgestumpfteste Wesen der Welt nicht all seine gesetzten Red Flags bei Claude und Co. über Bord werfen und bei Chatty und Konsorten nicht ins blind-blöde Vertrauen verfallen würde. Denn hier liegt der Hase im Pfeffer, die Krux im Alltagswasauchimmer: Wir kippen rein, wo wir können, Briefings, Fragen, einzelne Sätze. Diktieren mündlich rein, um uns am Ende etwas Handfestes in Präsentationsform ausspielen zu lassen, und vergessen beim aktuell vorherrschenden Faulheitsmomentum vollends das Hinterfragen. Das Leben gefühlt um Jahre erleichtert, ab dafür ins Postfach anderer, warum nochmal drüberlesen, wird schon richtig sein. Lang lebe der Impuls und die zelebrierte Oberflächlichkeit, wie so oft im Leben.
Verpufft, vorbei, es geht schlieĂźlich flach
Wir fluchen über einen Feind, den wir regelmäßig mit allem, was die letzte Gehirnwindung zu bieten hat, füttern, und zelebrieren diese Alltagsschizophrenie bis zum Erbrechen. Wir schalten Vernunft und Kopf aus, copy-pasten dumpf samt Logikfehlern – wenn die KI das so sagt, wird es schon richtig sein. Falsch recherchierte Timecodes, lieblos gestaltete Logos, für deren Detailverliebtheit wir einst brannten: verpufft, vorbei, es geht schließlich flach und im gewohnten Einheitsbrei weiter. Und die Moral von der Geschicht: Mensch, vergiss das Denken nicht. Prüfe gut, ob sich dein Begehr im Ergebnis spiegelt, was wollte man einst mehr?