„Irgendwann passt das, was man täglich tut, nicht mehr zu dem, wer man geworden ist.“
Mid-Career Change
Wenn Erfahrung und Sehnsucht aufeinandertreffen
Zehn Jahre Berufserfahrung, ein guter Lebenslauf – und trotzdem sitzt man eines Morgens da und fragt sich: „Bin das eigentlich noch ich?“ Diese Frage kann vieles in Bewegung bringen. Unruhe, Müdigkeit, diffuse Spannung. Und Fragen, die immer lauter werden: „Wie soll das weitergehen? Ich will doch eigentlich etwas ganz anderes. Aber gleichzeitig ist da Angst: Jetzt nochmal umorientieren – bin ich nicht zu alt dafür? Was, wenn das nichts wird? Was sagen die anderen, wenn ich alles hinschmeisse? Und doch: So weitermachen wie bisher fühlt sich auch nicht mehr richtig an.“
Es gibt Ereignisse und Phasen in unserem Leben, die unseren Blick auf Arbeit und unsere Werte grundlegend verändern: Mutterschaft, ein Karriereschritt mit mehr Verantwortung, ein Jobwechsel, ein Burnout oder einfach Jahre, in denen Leistung an erster Stelle stand – sie alle können dazu führen, dass Familie, Gesundheit und die eigene Zeit plötzlich wichtiger werden und Erfolg eine andere Definition bekommt. Irgendwann passt das, was man täglich tut, nicht mehr zu dem, wer man geworden ist. Und daraus wächst der Wunsch, das Berufsleben neu auszurichten. Unternehmen sind allerdings auf Kontinuität ausgelegt – auf Leistung, Wachstum, Aufstieg. Für persönliche Entwicklung, Wertewandel und den Wunsch nach Neuausrichtung gibt es dort kaum Raum. Solche Gespräche finden eher privat statt als in Organisationen. Dabei geht es um mehr als eine Umorientierung: Wer jahrelang in eine Karriere investiert, verknüpft sie eng mit Rolle, Status und Anerkennung. Das bedeutet, sich selbst jenseits von Titeln, Erwartungen und bisherigen Erfolgsdefinitionen zu betrachten – und das braucht Mut.
Mutterschaft wirkt dabei wie ein Katalysator: Die Strukturen im Unternehmen – Jobbeschreibungen, Erwartungen, Kulturen – bleiben weitgehend unverändert, während Frauen selbst klarer darüber geworden sind, wie sie arbeiten wollen und wo und wofür sie ihre Energie einsetzen möchten. Studien belegen das – und das ist auch, was mir Frauen im Coaching immer wieder berichten: Karriereschritte bleiben aus, Führungsrollen gehen an andere – weil das Vorurteil bleibt, dass eine Mutter in Teilzeit für Führung nicht verfügbar ist.
In meiner Arbeit zeigt sich: Mid-Career Change sieht für jede Frau anders aus. Manche Frauen wünschen sich mehr Sichtbarkeit für ihr tatsächliches Können. Andere entwickeln ein Side Business – ein eigenes Projekt neben ihrer Anstellung, das sie Schritt für Schritt aufbauen. Wieder andere übernehmen Führungsrollen, die ihren Werten entsprechen, oder wagen den Schritt in die Selbstständigkeit. Die Sehnsucht nach Veränderung ist oft sehr deutlich spürbar, aber der Weg dahin ist nicht sichtbar. Und das Leben läuft weiter: Care-Arbeit, Verantwortung im Job, finanzielle Sorgen. Das lässt wenig Raum, sich dieser großen Umorientierung wirklich anzunehmen – zumal Frauen es oft gewohnt sind, die eigenen Bedürfnisse hintenanzustellen. Genau deshalb finden sie den Weg zu mir. Die Antworten stecken schon längst in ihnen – manchmal braucht es einfach jemanden, der hilft, den Wald vor lauter Bäumen wieder zu sehen.
Am 17. Juni bin ich bei den 25min Sessions der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation Wien im Social Hub Wien. In 25-minütigen 1:1-Sessions arbeiten wir an genau diesen Fragen: berufliche Neuorientierung, Klarheit über nächste Schritte und Möglichkeiten, ein Berufsleben zu gestalten, das zur aktuellen Lebensphase passt. 25 Minuten, direkt und auf den Punkt – für das, was dich gerade beschäftigt.
Mehr über Valerie:
Valerie Junger ist systemische Coachin, Business Mentorin, Speakerin und Mutter. Sie begleitet Frauen bei beruflicher Neuausrichtung, Self-Leadership und dem Aufbau von Sichtbarkeit.