Du lebst in Altenberg bei Linz, fotografierst für internationale Kunden, hast Preise gewonnen…wer bist du, wenn du nicht fotografierst?
Wenn ich nicht fotografiere, bin ich im Wald oder paddle die Donau aufwärts.
„Freiheit hängt für mich weniger von der Unternehmensgröße ab, als von den Menschen. Wenn Vertrauen da ist, lässt sich in jeder Firmengröße viel bewegen.“
Du hast mal gesagt, du gehst eigene Wege, die man beim ersten Blick oft nicht versteht. Wie viel davon ist Handwerk und wie viel ist einfach Sturheit?
Eine markante Bildsprache braucht Beharrlichkeit, um Projekte konstant auf den Boden zu bringen
Industriefotograf ist eine sehr technische Ausbildung. Was hat dich das gelehrt, was kein Kreativkurs der Welt könnte?
Ein umfassendes technisches Knowhow macht mich frei im Kopf, die richtige Technik zu wählen, für das was ich aussagen soll oder will.
Wann ist ein Foto fertig? Gibt es diesen Moment, wo du weißt: das ist es oder zweifelst du immer?
Um interessant zu sein, muss es nicht unbedingt fertig sein,
bei spannenden Projekten sollte es Angst und Zweifel geben, dann weiss man das es gut wird.
Wo verläuft für dich die Grenze zwischen Handwerk und Kunst? Und interessiert dich diese Grenze überhaupt?
Es geht darum, was es es beim Betrachter auslöst, was dann Kunst ist muss jeder für sich entscheiden.
Analog oder digital, eine echte Frage oder eine nostalgische? Was verändert das Medium an der Art, wie du denkst, bevor du auf den Auslöser drückst?
Ich glaube es ist egal, am besten das Material, welches das Projekt am besten unterstützt oder am meisten Spass macht.
Du fotografierst sowohl Konzerne wie Swarovski als auch kleinere Betriebe. Macht das einen Unterschied, nicht im Budget, sondern in der Freiheit?
Freiheit hängt für mich weniger von der Unternehmensgröße ab, als von den Menschen. Wenn Vertrauen da ist, lässt sich in jeder Firmengrösse viel bewegen.
„Bei spannenden Projekten sollte es Angst und Zweifel geben, dann weiß man, dass es gut wird.“
Ein gutes Foto braucht wie lange? Und ich meine nicht die Belichtungszeit.
Am besten den ganzen Tag.
Was ist das Härteste an deinem Beruf, das nach außen hin völlig unsichtbar ist?
Schön und hart find ich es wenn man zusammen die ausgetretenen Pfade verlässt und Unsicherheit und unterschiedliche Ansichten zulässt, kanalisiert und etwas daraus entsteht.
„Schön und hart finde ich es, wenn man zusammen die ausgetretenen Pfade verlässt, Unsicherheit und unterschiedliche Ansichten zulässt – und etwas daraus entsteht.“
Wenn du einem jungen Fotografen heute einen einzigen Satz mitgeben könntest, was wäre das?
Was willst du sagen und welche Sprache willst du dabei sprechen.
Danke für das tolle Gespräch, Winfried!
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