Was treibt euch an?
Freude. Freude ist bei uns Energie. Treibstoff. Haltung. Wir lieben, was wir tun – und genau deshalb nehmen wir es ernst. Wir sind gut darin, Dinge zusammenzubringen, die oft getrennt gedacht werden: Markenarbeit, Design, Werbung, Produktion. Für uns sind das keine Disziplinen. Das ist ein System, wo alles ineinander greifen muss. Unsere Stärke ist, Komplexität zu reduzieren und in sehenswerten Output zu überführen. Ideen zu entwickeln, die nicht nur ein Kribbeln auslösen, sondern etwas bewegen.
Und als Team pusht man sich da gegenseitig, weil der Wille von mehreren Leuten ganz anders motiviert.
Was unterscheidet euren Beratungsansatz von anderen Agenturen, und warum ist das relevant? Wie sieht das in Realität aus?
Bei uns gibt es nicht zehn Ansprechpartner. Eine Person führt das Projekt und bringt alle Bereiche zusammen – Agentur, Designstudio und Content-Produktion. Ein Single Point of Contact, der die kreative Richtung vom ersten Gedanken bis zum fertigen Produkt hält. Das macht Prozesse schneller, klarer und vor allem konsistenter. Freude funktioniert aus einer Hand. Und genau das ist heute relevant, weil Marken keine fragmentierten Lösungen mehr brauchen, sondern ein System, das zusammenhängt.
„Freude ist bei uns Energie. Treibstoff. Haltung.“
Wie wĂĽrdet ihr euren Zugang zu Markenarbeit in einem Satz beschreiben, ohne Buzzwords?
Wir definieren die Rolle der Marke im Leben der Menschen.
Gab es einen Moment, in dem euch klar wurde: So wie frĂĽher funktioniert das nicht mehr?
Eigentlich nicht, weil wir immer versucht haben, einen Schritt voraus zu sein. Uns interessiert weniger, wie Dinge gerade gemacht werden – sondern wie sie als Nächstes funktionieren könnten. Das betrifft Technologie genauso wie unser eigenes Setup. Mit der ersten KI-generierten Kampagne Österreichs für das TMW haben wir früh begonnen, neue Möglichkeiten auszuloten. Gleichzeitig haben wir Freude so aufgebaut, dass Strategie, Design, Werbung und Produktion ineinandergreifen. Nicht irgendwann später. Sondern von Anfang an.
Was beobachtet ihr gerade, in der Branche, bei euren Kundinnen und Kunden, bei euch selbst?
Viele Organisationen merken gerade, dass Technologie allein keine Richtung vorgibt. AI beschleunigt alles. Die Branche produziert mehr denn je. Aber Menge ist noch keine Relevanz. Es fehlt dem Großteil der Arbeiten an Idee und Substanz. Und darum bewegt das alles nichts. Eine meiner aktuellen Lieblings-Studien zeigt das besonders charmant auf: Mehr als die Hälfte der aktuellen Spots performen schlechter als ein Video einer grasenden Kuh.
Und Kundinnen und Kunden spüren, dass sich da etwas in die falsche Richtung bewegt hat. Viele unserer Kundinnen und Kunden suchen nicht mehr nur Kampagnen. Sie suchen Orientierung. Klarheit. Entscheidungen. Und wir beobachten bei uns selbst: Je mehr Möglichkeiten es gibt, desto wichtiger wird Fokus. Wir haben das sehr früh gespürt.
„Marken werden nicht durch PDFs relevant, sondern durch konsequente Entscheidungen und Erfahrungen, die man tatsächlich spĂĽrt.“
Welche strategischen Prinzipien braucht es heute, damit Marken langfristig relevant bleiben?
Strategie muss anwendbar sein. Und sie muss für Menschen erlebbar gemacht werden. Alles andere bleibt ein schönes Booklet in der Schublade. Marken werden nicht durch PDFs relevant, sondern durch konsequente Entscheidungen und Erfahrungen, die man tatsächlich spürt. Deshalb denken wir Strategie nie isoliert, sondern immer in Umsetzung mit.
Wie sieht für euch Zusammenarbeit auf Augenhöhe aus, mit Teams, mit Kundinnen und Kunden, mit Partnerinnen und Partnern?
Am Ende ist das alles ein People’s Business. Für uns funktioniert Zusammenarbeit wie ein gutes Basketball-Team: klare Rollenverteilung, gegenseitiges Vertrauen und voller Einsatz für das gemeinsame Ergebnis. Jeder bringt seine Stärke ein, aber niemand spielt nur für sich selbst. Genau dadurch entsteht Dynamik. Und meistens auch die beste Arbeit.
Gibt es Prinzipien, an denen ihr festhaltet, auch wenn sie unpraktisch oder unwirtschaftlich erscheinen?
Es muss Freude machen. Das klingt vielleicht simpel, ist für uns aber ein echtes Prinzip. Wir wollen Spaß an der Arbeit haben – im Team, mit unseren Kundinnen und Kunden und im gesamten Prozess. Denn man spürt sofort, ob etwas mit Energie entstanden ist oder nur abgearbeitet wurde. Diese Haltung beeinflusst am Ende immer auch die Qualität.
Was braucht ihr intern, um richtig gute Arbeit zu machen, und was steht dem manchmal im Weg?
Die besten Köpfe aus unterschiedlichen Bereichen – Menschen mit Haltung, Neugier und Lust, gemeinsam Dinge zu bauen. Gute Arbeit entsteht nie im Alleingang. Sie entsteht, wenn unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen. Im Weg steht dabei oft genau das, was heute überall zunimmt: Geschwindigkeit ohne Fokus. Deshalb versuchen wir intern Räume zu schaffen, in denen Gedanken auch mal fertig gedacht werden dürfen.
Wie fördert ihr Kreativität und Innovation innerhalb eures Teams?
Wir schaffen in der Zirkusgasse einen Raum, in dem Dinge ausprobiert werden dürfen. Es ist sogar explizit gewünscht. Heute entsteht ein neues Markendesign. Morgen eine Kampagne. Am Nachmittag denken wir in Räumen – und plötzlich wird ein Markenduft daraus. Für uns endet Kreativität nicht bei Kommunikation. Sie beginnt dort erst richtig. Wir versuchen, Marken ganzheitlich erlebbar zu machen – visuell, räumlich, inhaltlich, technologisch. Markenarbeit, Design, Werbung und Produktion greifen ineinander. Nicht linear. Sondern gleichzeitig. Innovation entsteht bei uns, wenn Disziplinen aufhören, sich zu erklären – und anfangen, gemeinsam zu bauen. Das macht uns große Freude. Und genau diese Freude ist der Motor, der uns weiterdenken lässt. Wer Freude an Kreativität hat, sucht automatisch nach neuen Möglichkeiten, Ideen zum Leben zu erwecken. Dieser Innovationsgeist kommt bei uns von selbst aus den Teams.
„Mehr als die Hälfte der aktuellen Spots performen schlechter als ein Video einer grasenden Kuh.“
Wie nutzt ihr KI, ohne eure Haltung zu verlieren?
Wir nutzen KI mittlerweile in nahezu allen Bereichen – von Automatisierung über Marktforschung bis hin zu kreativen Prozessen, Coding oder Produktion. Aber Technologie ersetzt bei uns keine Haltung. Sie verstärkt sie. KI ist für uns kein Ersatz für Ideen, sondern ein Werkzeug, um schneller zu Erkenntnissen zu kommen und neue Möglichkeiten sichtbar zu machen. Entscheidend bleibt immer die Frage: Warum machen wir etwas – und nicht nur wie schnell.
Welche Rolle spielen gesellschaftliche und ökologische Aspekte in eurer Arbeit, und wie integriert ihr sie konkret?
Das ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit, weil Marken heute nicht mehr losgelöst von gesellschaftlicher Realität funktionieren können. Letztes Jahr haben wir deshalb die Ausstellung „Design for Good“ umgesetzt, um den Wert von Kreativität für gesellschaftliche, soziale und ökologische Themen spürbar zu machen. Für uns geht es dabei nicht um Haltung als Kommunikationsmaßnahme, sondern darum, welchen tatsächlichen Beitrag Kreativität leisten kann.
Welche aktuellen Entwicklungen im Marketing inspirieren oder irritieren euch, und wie geht ihr damit um?
Inspiration kommt aktuell ganz klar vom rasanten Fortschritt neuer Tools und Technologien. Dinge, die vor einem Jahr noch unmöglich gewirkt haben, sind plötzlich Teil des Alltags. Das eröffnet unglaublich viele Möglichkeiten.
Irritierend finden wir eher, dass AI oft noch als Gegner gesehen wird. Dabei geht es nicht darum, Kreativität zu ersetzen, sondern neue Wege zu finden, sie zu erweitern. Wir versuchen deshalb, Technologie nicht mit Angst zu betrachten, sondern mit Neugier.
Woran macht ihr den Erfolg eurer Arbeit fest, abseits von Reichweite oder Umsatz?
Daran, ob eine Marke plötzlich klarer wird. Ob Entscheidungen wieder schneller getroffen werden können. Ob Teams wieder Lust auf ihre eigene Marke bekommen. Erfolg ist, wenn unsere Arbeit intern Bewegung auslöst – und extern Resonanz. Und auch daran, ob wir selbst spüren: Das war nicht nur ein Projekt. Das war ein Schritt nach vorne.
Wenn ihr in fĂĽnf Jahren auf diese Zeit zurĂĽckblickt, was hofft ihr, werdet ihr dann anders oder besser gemacht haben?
Uns für das nächste Interview nicht so viel Zeit zu lassen. Danke für den tollen Austausch.